Nero - Schäfermischling

Nero
Nero

 

Nero - Schäfermischling

 

Als Nisan gestorben war haben wir mit unseren Großeltern das St.Pöltner Tierheim besucht. Uns wurde ein Schäfermix vorgestellt, von dessen Vorgeschichte man nichts wusste. Er war ein großer, schöner Hund, ca. 3-4 Jahre alt. Er rannte voll Freude im Innenhof herum, der Boden vom Regen völlig aufgeweicht war er von Kopf bis Pfote voller rotbraunem Schlamm.

Er hatte es uns angetan, also wurde er mit dem Schlauch abgespritzt und wir nahmen ihn zu uns.

 

Nero war ein sehr starker Charakter. Als er sich ein wenig eingelebt hatte, begann er das Ruder an sich zu reißen.

Es durften sich die Personen rund um ihn nur soweit bewegen, wie er es zuließ. Er stellte meine Schwester, meinen Vater, meine Mutter und Großmutter. Mein Großvater, der sehr herrisch und unsensibel war, trat ihm mit Strenge und Härte gegenüber, (was ihn auch zu meinem Feind machte) dennoch hat er immer wieder probiert sich auch gegen ihn aufzulehnen.

 

Nur ich hatte keinerlei Problem mit ihm!!

Meine Eltern hatten Angst um mich, da ich so unbefangen mit ihm umging. Doch schon damals sah ich in seinen Augen - Nero war eine arme, unverstandene Seele. Ich brachte ihm absolutes Vertrauen entgegen und dies beantwortete er mir mit Freundschaft.

Als großer, starker Hund zog er jeden "Gassigänger" durch die Gegend.

Ich hingegen konnte alleine mit ihm spazieren gehen. Mit mir ging er artig und voller Freude über Feld, Wiese und Wald, selbst wenn wir Hasen und Rehe sahen, war dies kein Problem. Er horchte auf mich.

 

Ich balgte mit ihm im Garten, wir rauften herum, er hielt meinen Arm im Spiel in seinem Maul, er knurrte bei Zerrspielen, sprang herum, doch niemals gab es eine Sekunde in der es auch nur den Anschein gegeben hätte, es könnte ernst werden. Wir hatten viel Spaß und eine schöne Zeit miteinander. Mir war schon damals absolut bewusst, dass nur eine unbedachte oder schnelle Handbewegung plötzlich schlechte Erinnerungen in Nero wach rufen und aggressive Reaktionen auslösen könnten. Damit musste ich rechnen und hätte es hingenommen. Doch ich vertraute ihm und niemals zeigte er unpassendes Verhalten mir gegenüber!

 

Ich war stolz auf unsere Beziehung und ich war sehr glücklich mit diesem Hund zusammen sein zu können.

 

 

Eines war jedoch immer wieder der Fall - er lief fort. Bei Spaziergängen mit den Großeltern, er sprang über den Zaun und war nachts verschwunden...

Durch Nachbarn und Bekannte wurde er heimgebracht oder unterwegs gesehen. Auffällig war, dass er immer in Richtung St. Pölten unterwegs war.

 

Da ihn der Zaun nicht halten konnte, er für meine Großeltern nicht handelbar war und er begann auch die Nachbarskinder zu stellen, kam bald der Punkt an dem meine Großeltern sich entschlossen ihn wieder abzugeben und ihn ins Tierheim zurückgebrachten.

 

Ich erfuhr erst davon, als ich meine Großeltern besuchte und nach Nero, meinem neuen Freund, rief. Ich freute mich sosehr auf ihn. Als ich ins Haus kam, rannte mir ein kleiner, schwarzer Labradormix entgegen. Ein Junghund. Ich fragte ständig wo Nero sei und ich bekam immer nur die dämliche Antwort meiner Großmutter: "...wir haben Nero in der Waschmaschine gewaschen, er ist eingegangen; das ist jetzt unser Nero!"  Immer wieder wiederholte ich meine Frage, immer wieder diese blöde Antwort - diese Situation war schrecklich für mich!! Mich für so dumm zu verkaufen, mir so weh zu tun und sosehr im Ungewissen zu lassen über das Verbleiben meines Freundes Nero! Noch heute fühle ich diese Verzweiflung ebenso stark wie damals!

 

Nach und nach erfuhr ich von Nero´s anhaltendem Verhalten Leute zu stellen, dass die Nachbarn Angst hatten ihr Kind ins Freie gehen zu lassen und von der Rückgabe ins Tierheim.

 

Meine Großeltern beschrieben mir seine Aufregung und Freude als sie zum Tierheim einbogen - er war außer sich. Beim Anblick der Heimmitarbeiter geriet er außer Rand und Band, sprang ihnen hoch und winselte zur Begrüßung, wie er es niemals bei meinen Großeltern gemacht hatte (nur bei mir). Es schien als wäre er froh gewesen, wieder "Zuhause" zu sein.

 

Ich konnte mich niemals von ihm verabschieden und ich weiß nicht was aus ihm geworden ist.

 

Ein oder zwei Jahre später traf ich einen Mann, der einen Hund aus St.Pölten geholt hatte. Ich beschrieb ihm Nero und fragte ob er ihn gesehen hätte. Er meinte er wäre immer noch im Tierheim. Ob das den Tatsachen entsprach weiß ich nicht, aber es tat mir weh.

 

Ich hoffe er hatte dennoch ein schönes Leben und bekam die Chance mit einem Menschen glücklich zu werden, der ihn schätzte und verstehen konnte...wie ich es getan habe!!!

 

!!Nero, du bleibst für immer in meinem Herzen!!

 

Mit Boris, diesem 6 Monate alten Labradormix, den ich oben erwähnte, konnte ich, auch über die Jahre, nie eine enge Beziehung aufbauen - ich denke dies lag vor allem an den Umständen unserer ersten Begegnung. Ich konnte ihn niemals ganz annehmen.

Boris Cherokee  ich
Boris Cherokee ich

 

 

 

 

 

 

Hier habe ich mit Cherokee und Boris Tricks geübt.